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27.04.2017, 14:13 Uhr
Das 9-jährige Gymnasium wird wiedereingeführt
Verbesserungen auch bei Lehrern und im Verwaltungsbereich
„Für alle Schulen im Landkreis Traunstein wird das beschlossene Bildungspaket personelle Verbesserungen bei den Lehrern oder im Verwaltungsbereich bringen“. Das erklärte der Traunsteiner Stimmkreisabgeordnete und Mitglied im Bildungsausschuss, Klaus Steiner, nach der Entscheidung der CSU-Fraktion im Landtag, ein neues 9-jähriges Gymnasium einzuführen. Verbunden ist die Reform mit einem Bildungspaket, das insbesondere für die Förderschulen und Berufsschulen Verbesserungen bringen soll.
Traunstein/München - Mit der Entscheidung machen sich auch die 6 Gymnasien im Landkreis Traunstein ab Herbst dieses Jahres wieder auf den 9-jährigen Weg. „Ich begrüße ausdrücklich die Entscheidung meiner Fraktion für die Einführung einer grundständigen neunjährigen Lernzeit an den bayerischen Gymnasien mit der Möglichkeit einer individuellen Lernzeit“, sagt Steiner. Er hatte in der entscheidenden Fraktionssitzung, in Gegenwart von Ministerpräsident Horst Seehofer und Bildungsminister Ludwig Spaenle, nochmals für das 9-jährige Gymnasium geworben. Vorausgegangen waren, so Steiner, viele Gespräche und intensive fachliche Diskussionen auch im Landkreis Traunstein. „Wir waren in einer Dialogphase in deren Rahmen ich mir mehrmals die Einschätzung und fachliche Meinung der Gymnasialleiter im Landkreis eingeholt habe.“ Die Erfahrungen der Praktiker vor Ort seien auch in ein Gespräch der Bildungspolitiker der CSU-Fraktion letzte Woche beim Ministerpräsidenten eingeflossen. „Ich habe den Leitern der Gymnasien im Landkreis zugesagt, ihre Sicht der Dinge in die fachlichen Diskussionen in München vorzutragen und habe dies auch getan. Obwohl sämtliche Schulleiter bei den Gesprächen auch die Vorteile des G8 herausgestellt hätten, war die einhellige Meinung, dass nur über ein „neues Gymnasium“ mit 9 Jahren die Lernzeit entzerrt werden könne. „Für mich war es nach den Gesprächen wichtig, dass die Schulen mit dem G9 Klarheit bekommen“, sagt Steiner und verweist auf die Gespräche mit den Traunsteiner Gymnasialleitern Klaus Kiesl vom Chiemgaugymnasium und Bernd Amschler vom Anette-Kolb-Gymnasium. Allerdings, so auch die zentrale Forderung der Schuleiter im Land-kreis, dürfe es keine bloße Rückkehr zum alten G9 geben. Die positiven Elemente aus dem G8 (Intensivierungsstunden, Ganztagsbetreuung) sollen in den neuen Lehrplan mit einfließen, zitierte Steiner aus einem Gespräch mit der Leiterin des Hertzheimer Gymnasiums in Trostberg, Christine Neumaier. „Weitere Forderungen der Gymnasien, wie weniger Unterricht am Nachmittag, mehr Raum für Wahl- oder Kernfächer, mehr politische Bildung und Informatik, werden in das neue Konzept eingearbeitet“. Weiterhin bringe das neu G9 große organisatorische Vorteile, wie weniger Nachmittagsunterricht. Das erleichtere den Stundenplan und die Schülerbeförderung, was gerade für den Flächenlandkreis Traunstein wichtig sei. Ein entscheidender Aspekt für seine Zustimmung zur Reform war aber vor allem auch das neue Bildungspaket, das Minister Spaenle vorgelegt hat, betont Steiner. „Als Mitglied der Interfraktionellen Arbeitsgruppe Inklusion und nach vielen Gesprächen mit den Traunsteiner Berufsschulen, war es mir auch wichtig, auch die anderen Schularten zu stärken. Die Förder-schulen würden ab 2018 mit 50 neuen Stellen und ab 2019 mit jährlich 100 neuen Stellen ausgestattet. Darüber hinaus gebe es 100 Inklusionsstellen pro Jahr. Gerade die Förderschulen sind mir sehr wichtig, weil sie ein wesentlicher Bestandteil der Schullandschaft auch im Landkreis Traunstein sind“, erklärt Steiner. Ausgebaut werden auch die Mobile Reserve und die integrierte Lehrerreserve an den Grund-, Mittel- und Realschulen. Für die beruflichen Schulen werden 100 Stellen 2018/19 eingeplant. Insgesamt umfasst das Bildungspaket 1800 zusätzliche Stellen. Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um das G8 weist der Traunsteiner Abgeordnete aber auch darauf hin, dass auch für viele Fachleute das G8 große Vorteile hatte. Bayern war erst das 8. Bundesland, das das G8 eingeführt hatte. „Es hat sich also auf keinen Fall um einen CSU Alleingang gehandelt“. Das SPD-Grün-regierte Nordrhein-Westfalen halte z. B. am G8 fest. Insgesamt umfasst das neue bayerische Bildungspaket 850 Millionen Euro.