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13.12.2016, 09:37 Uhr
Abgeordnete fördern regionale Infrastruktur
Steiner und Kaniber im Schlachthof Traunstein
Die Erhaltung eines regionalen Schlachthofes in der Größenordnung von Traunstein ist ein wichtiges Vermarktungselement für die lokalen Erzeuger. Darüber sind sich die beiden Stimmkreisabgeordneten Michaela Kaniber und Klaus Steiner einig. Zusammen mit Bern-hard Reiter, dem Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Traunstein e.V. und dem Vor-sitzenden des wirtschaftlichen Verbandes, Hans Grabner, sowie dem Geschäftsstellenleiter der Alpenrind Bayern GmbH, Christoph Rauh, überzeugten sich die Mandatsträger von der Notwendigkeit, in der Region erzeugernahe Verarbeitungsbetriebe von mehr regionaler Vermarktung zu überzeugen.
Traunstein - „Unsere Verarbeitungsbetriebe bieten Produkte von höchster Qualität - die gilt es, an den Verbraucher zu bringen", so Klaus Steiner. Damit dieser Schritt gelingen kann, ist es nötig, vor allem die kleineren Betriebe, vom Landwirt bis zum Lebensmittelhersteller zu schützen und zu fördern, zeigten sich die Abgeordneten überzeugt. Ein Zuviel an Bürokratie und Auf-lagen ist von den kleineren Erzeugern und Verarbeitern, kaum noch zu verkraften. Ein Beispiel sei etwa die Diskussion um das Anbindeverbot in Ställen. „Ich wehre mich dagegen, dass Kleinbauern immer wieder mit Großbetrieben in einen Topf geworfen und unter Generalverdacht gestellt werden“. Es werde zu oft pauschal und nicht differenziert über die Agrarindustrie geredet, ohne die tatsächlichen Probleme der Landwirte zu kennen. "Das ist auch in unserer Region der Fall", so Steiner. Dem Verbraucher seien keine Vorwürfe dafür zu machen, dass sich im Lebensmitteleinzelhandel durch den harten Wettbewerb der Großkonzerne eine für die Lebensmittelerzeuger äußerst schädliche Preisspirale nach unten entwickelt hat. Allerdings habe es der Konsument in der Hand, den Markt mit einem neuen Trend zu konfrontieren. "Wir geben knapp 1.000,- Euro für den Erwerb eines neuen Telefons aus, aber Fleisch muss billig sein", bringt es Michaela Kaniber auf den Punkt. Um sinnvolle regionale Kreisläufe zu erhalten und zu stützen, braucht es nach Überzeugung der Verantwortlichen am Schlachthof Traunstein nachhaltig überlebensfähige, lokale Standorte. "Wir haben über 4.000 Bauern in unserem Einzugsgebiet. „Sie profitieren von den kurzen Wegen zum Schlachthof“, erklärt EG Geschäftsführer Bernhard Reiter. Nähe sei besonders auch aus dem Blickwinkel des Tierschutzes ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvollen Handelns, so Christoph Rauh, der Geschäftsstellenleiter: "Selbstverständlich erfüllen wir alle Auflagen und stehen unter regelmäßiger Kontrolle. Aber immer neue, aus dem Blickwinkel der praktischen Erfahrung in den regionalen Betrieben oft überzogene und praxisfremde, Auflagen bringen uns an den Rand der wirtschaftlichen Vertretbarkeit." In der Diskussion darüber waren sich alle einig, dass straffe Verordnungen und strengste Kontrollen unabdingbar sind. Es gehe schließlich um die Gesundheit des Verbrauchers und das Wohl der Tiere, bis zu ihrer Verarbeitung. "Unser wichtigstes Gut sind die Erzeugung vor Ort, Verarbeitung vor Ort und der Verbraucher vor Ort", fasst Bernhard Reiter zusammen. Dieses Bewusstsein auch beim Verbraucher zu schaffen und zu fördern, müsse gemeinsames Ziel von Politik und Betreibern wie Erzeugern sein, fordert Klaus Steiner. Für MdL Kaniber und Steiner kommt auch noch ein bedeutsamer ökonomischer Aspekt hinzu: "Nur regionale Infrastruktur ermöglicht regionale Wertschöpfung. Deswegen ist der Erhalt lokaler Produktionsstandorte, wie etwa des Schlachthofes in Traunstein, von zentraler Bedeutung".