Neues aus der Fraktion
03.10.2013, 19:00 Uhr | Obing - Barbara Irl, Pressesprecherin der Fraktion
 
Heizwerk mit Symbolcharakter

Im Rahmen der letzten Fraktionssitzung besichtigte die CSU-Kreistagsfraktion das neue Biomasseheizwerk mit Fernwärmeversorgung in Grabenstätt. Der Geschäftsführer des Ökomodells Achental, Wolfgang Wimmer, informierte die Kreisräte über das Projekt. 

Interessanter Einblick in die Startphase des neuen Biomasse-Heizwerks in Grabenstätt
Obing - Barbara Irl, Pressesprecherin der Fraktion - „Aktuell sind 27 überwiegend große Häuser, wie das Gemeindegebäude, das Kreisaltenheim und einige Einfamilienhäuser im Zentrum von Grabenstätt an die Wärmeversorgung angeschlossen“, erläuterte Wimmer. "In einem Betriebsführungsvertrag mit dem Biomassehof Achental ist die Betreuung und Überwachung der Anlage und die Belieferung mit jährlich ca. 4.000 Schüttraummeter Hackgut zunächst für fünf Jahre geregelt."

Auf Nachfrage von Kreisrat Franz Maier zur Versorgung mit Holz, erklärte Wimmer, dass der 800-Kilowatt-Biomassekessel ausschließlich mit Waldhackgut aus der Region beliefert wird. Kreisrätin Resi Schmidhuber fand es sehr positiv, dass ausschließlich Hackschnitzel von den Land- und Forstwirten aus der näheren Umgebung verwendet werden. "Somit wird den Landwirten eine Möglichkeit geboten, die Resthölzer zu verwerten", sagte Schmidhuber.

In einem kurzen Abriss berichtete Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger vom Zeitpunkt der ersten Überlegungen im Frühjahr 2011, über die Planung bis hin zur Realisierung und der Inbetriebnahme des Heizwerks im November 2012. Stellvertretender Landrat Georg Klausner war von der kurzen Zeitspanne beeindruckt: "Dies zeigt, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, den erneuerbaren Energien positiv gegenüber stehen und keine Neiddebatten geführt werden, können solche Projekte schnell umgesetzt werden."

 Besonders stolz zeigte sich Schützinger, dass die Gemeinde Grabenstätt mit der modernen Heizanlage jährlich 265.000 Liter Heizöl ersetzen könne. "Die CO2-Einsparung liegt bei 650 Tonnen im Jahr", sagte Schützinger. Auch Wolfgang Wimmer war der Meinung, dass das Fernwärmeheizwerk ein weiterer Baustein mit Symbolcharakter auf dem Weg sei, die neun Ökomodell-Mitgliedsgemeinden langfristig aus den eigenen Potentialen mit Strom und Wärme zu versorgen.

Kreisrat Markus Fröschl interessierte sich für die Gesamtinvestitionssumme, die Schützinger mit ca. 1,5 Mio Euro bezifferte. Die Wärmeverteilung zu den angeschlossenen Objekten erfolge derzeit über ein ca. 3.450 Meter langes Leitungsnetz, so Schützinger.

Kreisrätin Fanny Mayer wollte wissen, wie die Anlage bei Ausfall abgesichert ist. Wimmer zeigte den interessierten Kommunalpolitikern den Öl-Kessel, der allerdings nur im Notfall oder zu Spitzenzeiten an sehr kalten Tagen die Versorgung gewährleistet.

"Modern und zeitgemäß heizen und dabei die Umwelt schonen" - unter dieses Motto könne man das Heizwerk in Grabenstätt stellen, meinte Kreisrat Robert Aigner. Er vertrat die Meinung, dass die Versorgung der Bürger mit Strom und Wärme genauso zur kommunalen Daseinsvorsorge gehöre, wie beispielweise die Wasserversorgung. "Die Gemeinden haben in dem Bereich eine wichtige Vorbildfunktion", sagte Fraktionsvorsitzender Karl Kaditzky. Die CSU-Kreisräte waren sich einig, dass die kommunale Umsetzung einer Wärmeversorgung die ureigenste Form der Bürgerbeteiligung sei, weil über die Gemeinde alle Bürger zu gleichen Teilen profitieren.

Hier: Pressemitteilung vom 3. Okt. 2013