Neues aus der Fraktion
06.06.2012, 14:53 Uhr | Seebruck/Traunstein
 
Klares Votum für sozialraumorientierte Jugendhilfe

Klares Votum für sozialraumorientierte Jugendhilfe, CSU-Fraktion fasste einstimmigen Beschluss zum Systemwechsel

Seebruck/Traunstein -

Das weitere Vorgehen beim Systemwechsel der Jugendhilfe im Landkreis Traun-stein stand bei der letzten Fraktionssitzung auf der Tagesordnung der CSU-Kreisräte. Primäres Ziel sei eine deutliche Senkung der Fallzahlen und dies ist nach Meinung der CSU-Fraktion nur mit einem Systemwechsel möglich - hierzu fasste die Fraktion den einstimmigen Beschluss, einen sozialraumorientierten Handlungsansatz so schnell wie möglich im Landkreis umzusetzen.

 

Kreisrat Robert Aigner präsentierte in einem Überblick die Aktivitäten der vergangenen Monate: In der März-Sitzung des Jugendhilfeausschusses stellte die Arbeitsgruppe 'Kostenentwicklung in der Sozialhilfe' ihre Ergebnisse vor. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe waren sich fraktionsübergreifend einig, dass der Trend steigender Jugendhilfekosten bei sinkenden Geburtenzahlen gestoppt werden muss. "Es kann nicht sein, dass bei rund 30.000 Jugendlichen im Landkreis ein Löwenanteil der ca. 12 Millionen Euro Jugendhilfekosten für 150 'Problemfälle' verwendet werden", kritisierte Aigner.

Allerdings wurde bereits in den ersten Sitzungen der Arbeitsgruppe klar, dass eine pauschale Kürzung der Ausgaben nicht möglich sei. „Zum einen ist der Anspruch auf ambulante und stationäre Jugendhilfeleistungen gesetzlich geregelt, zum anderen hat die hohe Qualität der Leistungen ihren Preis“, erklärte Kreisrätin Ulrike Kecht.

 

Die Arbeitsgruppe habe sich deshalb einen langfristigen Weg überlegt, in dem zukünftig die Ausgaben verringert werden könnten, sagte Kreisrätin Barbara Irl. „Das Ziel lautet Hinschauen und helfen vor Ort, mit Hilfe eines sozialraumorientierten Handlungsnetzwerkes. Wenn Jugendhilfe nötig ist, muss sie so früh und und nah wie möglich greifen, derzeit wird sie oft zu spät geleistet", so Aigner. Der Landkreis solle demnach in Räume eingeteilt und ambulante Hilfen in den bereits eingerichteten Familienstützpunkten organisiert werden.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden zwar im Jugendhilfeausschuss mit gemischten Reaktionen aufgenommen, trotzdem wurde der Startschuss zur Prüfung des sozialraumorientierten Handlungsnetzes gegeben, erläuterte Fraktionsvorsitzender Karl Kaditzky.

 

Die CSU-Fraktion möchte nun noch einen Schritt weiter gehen. Mit einem einstimmigen Beschluss unterstützen die Kommunalpolitiker den Wandel hin zur sozialraumorientierten Jugendhilfe. Bürgermeister Franz Parzinger ist der Meinung, dass die Struktur noch stärker vernetzt werden muss. „Das Netzwerk vor Ort in der Gemeinde muss als Sensor dienen, um schwierige Fälle in einem frühen Stadium zu erkennen", meinte Parzinger. Das Augenmerk muss verstärkt auf die Prävention gelegt werden, forderte Kreisrat Bernd Gietl. Dem stimmte Landrat Hermann Steinmaßl mit der Forderung "jedes Kind in einen Verein" zu.

Kreisrat Heinz Wallner würdigte die neue Ausrichtung zu mehr Kleinräumigkeit, war allerdings der Meinung, dies zuerst in einer Pilotregion wie beispielsweise im Achental durchzuführen. Nun gilt es auch die Träger der Jugendhilfe von dem Systemwechsel zu überzeugen", forderte Kreisrat Siegi Walch. Für Kreisrat Andreas Bratzdrum ist besonders wichtig, dass trotz neuem System weiterhin die hilfebedürftigen Kinder und Familien im Mittelpunkt stehen.

Landrat Hermann Steinmaßl freute sich über das klare Votum zur sozialraumorientierten Jugendhilfe. Er versprach, das Vorhaben weiter voranzutreiben - "auch wenn es ein langer und schwieriger Weg wird", so Steinmaßl.

Pressemitteilung vom 06.06.2012